Erstes Urteil zur Videoüberwachung: Genaue Abwägung aller Interessen notwendig

Der Einsatz von Videokameras ist sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen sehr beliebt, um Einbrecher abzuschrecken und Straftaten aufzudecken. Die Überwachungsanlagen werden nicht nur stetig weiterentwickelt und bieten umfangreiche Funktionen, sondern sind auch immer leichter und kostengünstiger zu beschaffen. Deshalb setzen Unternehmen in vielen Bereichen auf eine Videoüberwachung und installieren auf dem Firmengelände und in den Räumlichkeiten meist mehrere Kameras. Hierbei werden in der Regel neben Gegenständen auch Personen wie Beschäftigte, Kunden oder Besucher aufgezeichnet. Eine solche Videoüberwachung stellt unabhängig davon, ob die Bilder aufgezeichnet und gespeichert werden oder nicht, einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der gefilmten Personen dar, da überwacht wird, wann sie sich wo aufhalten und was sie dort tun. Nachdem die DS-GVO die Rechte der Betroffenen erheblich gestärkt hat, ist [...]

Datenschutz – trotz Corona eine zentrale Unternehmensaufgabe

Zusammenfassung In Zeiten einer weltweiten Pandemie, die für viele Unternehmen zum Teil existenzbedrohende Ausmaße angenommen hat, ist es vernünftig und nötig, sich über Prioritäten im Betrieb bewusst zu sein. Den Datenschutz jedoch reflexartig als einen Bereich anzusehen, in dem man Ressourcen einsparen könnte, kann sich als gefährlicher Bumerang entpuppen. Nicht nur ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein Grundrecht, das es gerade in Krisensituationen zu verteidigen gilt und das auch von Kunden als solches wahrgenommen wird. Zu Recht erwarten sie nämlich auch in Corona-Zeiten einen angemessenen Umgang mit ihren personenbezogenen Daten. Folgerichtig ist der Datenschutz nicht aufgehoben, vielmehr kommen auf Verantwortliche durch Corona eher neue Herausforderungen hinzu, nicht zuletzt wegen der immer noch steigenden Zahl von Beschwerden und Kontrollanregungen. Hatten wir uns bereits im [...]

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