Beschäftigtendatenschutz in der Corona-Krise

Derzeit stellt die Corona-Krise viele Arbeitgeber vor eine Herausforderung, denn Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben zum Teil erhebliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf. Bei der Frage, welche Maßnahmen zum Infektionsschutz umgesetzt werden (müssen), wird kaum ein Unternehmen den datenschutzrechtlichen Vorgaben einen hohen Stellenwert zuweisen. Gleichzeitig werden allerdings überdurchschnittlich viele Daten über die Gesundheit von Mitarbeitern verarbeitet, die nach Art. 9 DS-GVO als besonders schützenswert gelten. Die Anforderungen des Datenschutzes gelten auch in der Corona-Krise weiter. Dementsprechend muss sowohl bei Arbeitgebern als auch bei ihren Mitarbeitern immer wieder die Frage Beachtung finden, welche Informationen Arbeitnehmer offenlegen müssen, wofür diese Daten verwendet werden dürfen und welche Schutzanforderungen gelten. Die DS-GVO steht der Verarbeitung von Gesundheitsdaten zum Infektionsschutz und der Eindämmung von Pandemien nicht entgegen. Dies betonte [...]

Frankreich: Bußgeld wegen unangemessener Informationen im CRM-System

Systeme zum Customer-Relationship-Management (CRM) sind für die meisten Unternehmen heute gar nicht mehr wegzudenken. Das Angebot an CRM-Software ist vielfältig und die Funktionen der Systeme werden stets verbessert und ausgebaut. Was bei vielen Produkten und bei der Arbeit mit CRM-Systemen allerdings nur wenig oder gar nicht beachtet wird, ist der Datenschutz. Die datenschutzrechtlichen Vorgaben sind nämlich nicht nur mit einem gewissen technischen und arbeitsintensiven Aufwand verbunden, sie widersprechen zum Teil auch den Zielen der Unternehmen. Aus Sicht der Unternehmen sollen nämlich möglichst viele Informationen über die eigenen Kunden und die Kundenhistorie an einer Stelle gesammelt werden und bei Bedarf abrufbar sein. Das gilt nicht nur für Kontaktdaten oder Angaben mit Bezug auf die Geschäftsbeziehung. In vielen Fällen werden auch über die Dauer des Geschäftsverhältnisses [...]

Konfigurationsfehler bei Back-up-Server – Millionen Kundendaten im Netz

Die DS-GVO enthält vier Schutzziele, die bei der Verarbeitung personenbezogener Daten beachtet werden müssen – Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit. Um diese Ziele zu erreichen, müssen eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten getroffen werden, die sogenannten Technisch-Organisatorischen Maßnahmen (TOMs). Dass diese Schutzziele zusammenspielen und bei der Umsetzung in Form von TOMs nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten, zeigt eine Datenpanne bei einem der größten Autovermieter in Deutschland. Um die Verfügbarkeit zu gewährleisten, erstellte das Unternehmen täglich ein Back-up der Daten. Die Back-up-Dateien wurden auf einem angemieteten Cloud-Rechner gesichert. Das Problem dabei war, dass aufgrund eines Konfigurationsfehlers des Servers die Dateien offen im Internet für jedermann abrufbar waren. Die personenbezogenen Daten konnten über mehrere Wochen hinweg von Internetusern ohne großen Aufwand heruntergeladen werden, [...]

EuGH-Urteil zu Cookies: Ohne aktive Zustimmung keine Einwilligung

Die Verwendung von Cookies auf Homepages ist hoch umstritten und viel diskutiert. Was muss beim Setzen von Cookies beachtet werden? Ist eine Einwilligung des Users notwendig? Welche Voraussetzungen werden an eine wirksame Einwilligung gestellt? – Alles Fragen, für die es bisher nur unterschiedliche Ansichten und sehr strenge Leitlinien von Seiten der Aufsichtsbehörden gibt. Mit seinem heutigen Urteil hat der EuGH zur Gestaltung von Einwilligungserklärungen zum Setzen von Cookies klar Stellung bezogen: Auf Informationen, die im Endgerät eines Nutzers gespeichert sind, darf nur zugegriffen werden, wenn der betreffende Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen, seine Einwilligung gegeben hat Es spielt keine Rolle ob es sich bei den gespeicherten Informationen um personenbezogene Daten handelt, oder nicht Der Nutzer muss vor Erteilung seiner Einwilligung [...]

Personenbezogene Daten – Dreh- und Angelpunkt des Datenschutzes

Die DS-GVO regelt die Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Die Vorschriften der DS-GVO sind daher immer dann zu beachten, wenn im Unternehmen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Das personenbezogene Datum gehört damit zu den wichtigsten Begriffen der DS-GVO, denn es legt sozusagen das Spielfeld für den Datenschutz fest. Wenn man sich mit dem Datenschutz beschäftigt, muss man also als Erstes klären, welche Daten im Unternehmen personenbezogen sind und welche nicht. Gesetzliche Definition der personenbezogenen Daten Die DS-GVO enthält in Art. 4 eine ganze Reihe von Definitionen für die wichtigsten datenschutzrechtlichen Begriffe. Hierzu gehört auch der Begriff personenbezogenes Datum, der als Dreh- und Angelpunkt der DS-GVO gleich in Nr. 1 des Artikels wie folgt definiert wird: Der Begriff personenbezogene Daten bezeichnet im Sinne dieser Verordnung „alle Informationen, [...]